Alles über unsere Alpen-Gletscher


Gletscher und Wissenschaft - Was wir über unsere Gletscher wissen sollten.

Stubaier Gletscher Panoramablick
Der Stubaier Gletscher ist einer der bekanntesten Gletscher in den Alpen

Voraussetzung für die Entstehung eines Gletschers ist vor allem eine niedrige Temperatur, die langfristig anhält, damit es zum Schneefall kommt. Der Vorgang bei dem sich Schneemassen ansammeln, nennt man Akkumulation. Darum heißt auch der Entstehungsbereich eines Gletschers Akkumulations-Gebiet (Nährgebiet).

Wenn genug Schnee gefallen ist, sodass die unteren Schichten zusammengepresst werden, findet die Metamorphose statt, wobei sich der Schnee mit der Zeit zu Gletschereis umwandelt.

Was ist Schnee?

Schneekristall stark vergrößert
Schneekristall stark vergrößert. Leica D-Lux 4 © Paraselene.de

Schnee ist die feste Form des Niederschlags und besteht aus Eiskristallen, die auch für die weiße Farbe des Schnees verantwortlich sind. Fallen die Schneeflocken zu Boden verschwinden die Spitzen der Kristalle durch Abtauen oder Verdunsten. Nach und nach verwandeln sich die Schneeflocken zu runden kompakten Kristallen, die auch als körniger Schnee bezeichnet werden. Bleibt der Schnee auch im Sommer liegen wird er als vorjährig bezeichnet (Firn).weiter

Was sind Eiskristalle?

Eiskristall stark vergrößert.
Eiskristall stark vergrößert. Leica D-Lux 4, Okularprojektion am Mikroskop. © Paraselene.de

Eiskristalle entstehen bei tiefen Temperaturen aus Wassertropfen. Am Boden geschieht das bei 0 °C, in der Atmosphäre in der Regel bei Temperaturen ab minus 10 °C und ab minus 40°C entstehen ausschließlich Eiskristalle. Das Firneis bildet die Aggregate des Gletschers. Lagert sich neuer Firn und Schnee auf dem Firneis ab, wird die Luft zwischen den Kristallen herausgepresst. Als Folge ändert sich die Farbe des Gletschereises. weiter

Entstehung von Gletschern

Eiskristall stark vergrößert.
Firneis vom South Cascade Gletscher aufgenommen mit dem Low Temperature Scanning Electron Microscope (LT-SEM) © Electron and Confocal Microscopy Laboratory, Agricultural Research Service, U. S. Department of Agriculture.

Voraussetzung für die Entstehung eines Gletschers ist ein nivales Klima, bei dem der größte Teil des Niederschlags als Schnee fällt. Gletscher sind geschlossene Eismassen, die entstehen wenn sich locker-körniger Schnee zu Firneis verfestigt. Je nach geografischer Lage können im Inneren des Gletschers Steine verschiedenster Größe bis hin zu riesigen Steinplatten mitgeführt werden. Charakteristisch für einen Gletscher ist, dass er sich ab einer bestimmten Dicke, abhängig vom Gefälle, bewegt. weiter

Gletscheraufbau

Aufbau eines Gletschers
Aufbau eines Gletschers © Luis María Benítez, Lycaon, Interiot Creative Commons Lizenz

Oberhalb der Schneegrenze besteht der Gletscher aus einem Schneefeld und einem Firn. Der Bergschrund, eine Spalte im Firnfeld, trennt den beweglichen vom unbeweglichen Teil des Gletschers. Unterhalb der Schneegrenze liegt das Abschmelzgebiet, es nimmt den größten Teil der Gletscherzunge ein. Die Gletscherstirn bildet das untere Ende. Unter dem Gletscher sammelt sich das Schmelzwasser, das in Flüssen zum Meer transportiert wird. Je größer die Schmelzwassermenge wird, desto schneller gleitet der Gletscher. weiter

Welche Gletscherformen und Typen gibt es?

Plateaugletscher Iceland Grimsvoetn
Plateaugletscher Iceland Grimsvoetn © Roger McLassus, Creative Commons Lizenz

Es wird unterschieden in Hanggletscher, Talgletscher, Kargletscher und Plateaugletscher. Talgletscher zählen zu den Gebirgsgletschern. Sie finden sich in einzelnen Tälern, bewegen sich talwärts und können sich über Pässe und Gebirgsteile zu einem Eisstromnetz verbinden. Ein Hang- oder Hängegletscher, meist an einem Berghang gelegen, weist keine deutliche Zungenbildung aus. Ein Plateaugletscher, auch Eiskappe genannt, ist ein kleines Inlandeisgebiet, begrenzt auf Hochplateaus. Kargletscher sind kleine Eismassen in einer Mulde. weiter

Gletscherspalten

Gletscherspalte mit Schneebrücke
Gletscherspalte mit Schneebrücke im Vallée Blanche bei Chamonix-Mont-Blanc © Eintragung ins Nichts, Creative Commons Lizenz

Bewegt sich der Gletscher, entstehen Scher-oder Dehnungsrisse, die durch Schmelzwasser noch vertieft werden können. Auch Unebenheiten unter dem Gletscher im sogenannten Bett und unterschiedliche Geschwindigkeiten der verschiedenen Eiskörper im Eis führen zu Gletscherspalten. Es gibt Längsspalten, d.h. eine Dehnung quer zur Bewegungsrichtung und Querspalten d.h. eine Dehnung in Bewegungsrichtung. Randspalten entstehen bei der Reibung zwischen Eis und Fels in Rand- und auch in Zentralbereichen des Gletschers. Reichen die Gletscherspalten bis in die Gesteinsschicht, wird von einer Gesteinsmühle gesprochen. weiter

Landschaftsgestaltung durch Gletscher

Landschaftsgestaltung durch Gletscher
Landschaftsgestaltung durch den Triftgletscher aus dem Jahr 2006

Die Gletscher hatten in Jahrmillionen viele Möglichkeiten die Landschaft zu gestalten. Da sind zum einen die Bewegungen des Gletschers, durch die der Untergrund abgeschliffen wurde. Dies geschah durch das hohe Gewicht des Gletschers mit Hilfe des Gesteinsmaterials und des Eises. Aber auch die verschiedenen Ablagerungen der Gletscher wie beispielsweise Gesteinsschutt und Geschiebe prägen die Landschaft, es entstanden Seen, Sander und auch Urstromtäler. weiter

Gletscher und die Erderwärmung

Eisvolumen im der Antarktis von 1980 bis jetzt
Eisvolumen im der Arktis von 1980 bis 2012

Durch den Klimawandel erhöhen sich die Temperaturen, die Eisflächen werden geringer, mit nachhaltigen Auswirkungen. Zum Beispiel wird es erhebliche Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt der Arktis geben, viele Arten werden verschwinden. In den Hochgebirgsgegenden drohen Wasserlawinen, da sich durch das Abschmelzen der Gletscher neue Seen aufgestaut haben, die mit der Zeit dem Druck nicht mehr standhalten können. Andererseits werden durch den Klimawandel Zugänge zu begehrten Bodenschätzen möglich und neue Transportwege für die Schifffahrt erschlossen. weiter

Gletscherschmelze

Eisvolumen im der Arktis von 1980 bis 2012
Rückgang der Arktis © NASA

Auf der einen Seite wird das Abtauen der Gletscher und großen Eisflächen zum Ansteigen des Meeresspiegels führen und auf der anderen Seite zur Wasserknappheit. Letzteres kommt dadurch zustande, dass Wasserläufe nicht mehr gespeist werden können. Ein weiteres Problem stellt das Kryokonit dar, das mit Wind und Schnee herangetragen wird. Es besteht aus Emissionen von Waldbränden, Abgasen, Kohlekraftwerken, die sich als Rußpartikel ablagern, erkennbar an den schwarzen Flecken auf der Eiskappe. Die dunkle Farbe führt dazu, dass das Eis mehr Sonnenwärme aufnimmt und somit schneller schmilzt. weiter

Schnee- und Wetterbericht
powered by © Schneehoehen.de

Süßwasserreservoir

Die gesamten Wasservorräte der Erde betragen ca. 1,4 Mrd. km³ (29 Mio.-fache des Bodensees). Davon sind ca. 96,5 % in den Weltmeeren und ca. 3,5 % im Süßwasser enthalten.

Der größte Teil davon ist im Eis (z.B. Polareis, Permafrost) und in Gletschern gebunden, die sich wiederum auf einige wenige Gebiete der Welt beschränken. Die größten in Eis gebundenen Süßwasservorräte liegen dabei in der Antarktis.

Die Zukunft der Gletscher

Die Forderung für eine Zukunft der noch vorhandenen Gletscher ist vor allem die Verbesserung des Klimaschutzes. Insbesondere das Kohlendioxid muss reduziert werden und der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden. weiter

Gletscher weltweit

Die größten Gletscher der Erde sind:

Name des Gletschers Länge / Fläche [km / km²] Eismasse, Eisschicht
Beardmore, Antarktis 160 / 1 Mio. Einzugsgebiet bis 4700 m Dicke
Vatnajökull, Island k. A. / 8100 1000 m Dicke
Jostedalsbreen, Norwegen 40 / 500
Fedtschenko (Pamir), Tadschikistan 77 / 952 46
Siachen, Indien 74 / k. A
Malaspina, Südalaska 80 / 4275
Campo de Hielo Sur, Chile und Argentinien 350 / 16800
Aletsch, Schweiz 23,6 / 117

Eiszeiten

Nordspaniens Fauna in der letzten Kaltzeit des Känozoisches Eiszeitalters
Nordspaniens Fauna in der letzten Kaltzeit des Känozoisches Eiszeitalters © Mauricio Antón, Creative Commons Lizenz

In der Wissenschaft sind die Ursachen für die verschiedenen Eiszeitalter der Erde immer noch weitgehendst ungeklärt. Trotz vieler Theorien fehlen immer noch einige handfeste Parameter, um die letzten Geheimnisse endgültig zu klären.weiter

Weitere Artikel und Empfehlungen

Tiroler Bergsommer

Finde tolle Urlaubsangebote im Tiroler Land. entdecken