Daten & Fakten von Gletschern
Süßwasserreservoir
Gletscher sind ein Wasserspeicher. Vorübergehend oder für längere Zeit wird es dem Wasserreservoir entzogen. Eine Folge der Erderwärmung ist das Abschmelzen der Gletscher, wodurch der Meeresspiegel ansteigt. In einigen Regionen schmelzen die Gletscher vor allem in der Sommerzeit ab und dienen als eine sichere Wasserversorgung der Flüsse. Am Rhein wirken sie zum Beispiel ausgleichend auf den Wasserstand. Außerdem werden die Talböden und Berghänge der wüstenhaften Gebirgsregionen des Pamir und Karakorum fast nur mit Gletscherwasser bewässert. Ausgedehnte Netze von Kanälen gibt es sogar in den trockenen Tälern der Alpen. Diese werden zum Teil heute noch genutzt.
Statistiken
In der Antarktis befindet sich der größte Gletscher der Erde ohne Inlandseis: Der Lambert-Gletscher ist über 400 Kilometer lang und etwa 50 Kilometer breit. Der Malaspina liegt in Alaska und ist mit 4275 km² der größte außerpolare Gletscher im Gebirge. 77 Kilometer lang ist der Fedtschenko-Gletscher im Pamir, der längste außerpolare Talgletscher. In Norwegen befindet sich der größte Gletscher Europas: Die Fläche des Austfonna beträgt 8200 km². Nur 100 km² weniger hat der Vatnajökull, der größte Plateaugletscher Islands und gleichzeitig vom Volumen der größte in Europa. Seine dickste Stelle beträgt 900 Meter. Der größte europäische Festlandgletscher mit etwa 500 km² Fläche ist der Jostedalsbreen, der in Norwegen liegt. Mit einer Länge von 24 Kilometern und 118 km² Fläche ist der Aletschgletscher der größte der Alpen. An der Zugspitze befindet sich der größte deutsche Gletscher, der Schneeferner, und in Österreich die Pasterze am Großglockner. In Südamerika ist es das Campo de Hielo Sur in Chile.
Die Antarktis mit den subantarktischen Inseln ist mit Abstand die größte vergletscherte Fläche (mehr als 13 Millionen km²) der Erde. Etwa 15 Millionen km² der festen Erdoberfläche sind momentan von Gletschereis bedeckt. Das entspricht 10 Prozent aller Landflächen.
Die Gletscher der Alpen bewegen sich jedes Jahr zwischen 30 und 150 Meter. Im Himalaja sind es schon 500 bis 1500 Meter und in Grönland 3 bis 30 Kilometer im Jahr, was ungefähr 10 bis 30 Metern am Tag entspricht. 1953 wurde die höchste Fließgeschwindigkeit überhaupt gemessen. Es war der Kutiah Gletscher in Pakistan, der sich innerhalb von drei Monaten 12 Kilometer bewegte, also durchschnittlich 112 Meter pro Tag.
Die tiefste Stelle, die ein Gletscher erreicht, befindet sich am Mont Blanc. Der Glacier des Bossons reicht bis auf 1400 Meter über dem Meeresspiegel.
Gletscher in Deutschland
Fünf Gletscher in Deutschland bedecken insgesamt etwa 98 Hektar: Der nördliche Schneeferner, der südliche Schneeferner, der Höllentalferner, der Watzmanngletscher und der Blaueisgletscher. Alle befinden sich in Bayern. Die beiden Schneeferner-Gletscher werden wahrscheinlich schon in 20 bis 30 Jahren wegen des Klimawandels verschwunden sein. Innerhalb von zehn weiteren Jahren werden die übrigen drei Gletscher ebenfalls nicht mehr existieren.